Allgäu Krimis: Kommissar Kluftinger ermittelt

22. November 2008 | Von | Kategorie: Belletristik, Buch

Allgäu Krimis gibt es einige, die um Kommissar Kluftinger gehören zu den schrägsten

Eigentlich bin ich ein Fan humorvoller und spannender amerikanischer Krimis. Die Skandinavier sind mir zu düster, die Franzosen zu brutal, die Österreicher zu skuril und die Deutschen zu ernst.
So bin ich eigentlich ziemlich festgelegt und war zunächst skeptisch, als bei einer Buchvorstellung der erste „Kluftinger“ vorgestellt wurde. Nachdem die Buchhändlerin ihn allerdings in den höchsten Tönen lobte und Auszüge des Buches las, wich ich von meinen Gewohnheiten ab und kaufte das Buch „Milchgeld“ des Autorenduos Klüpfel / Kobr.

Allgäu Krimis sind angenehm skurril und sympatisch

Den beiden Autoren ist mit ihrem Allgäu Krimi eine angenehme Mischung aus Humor und Spannung, mit einem anständigen Schuß Lokalkolorit, gelungen. Der Serienheld Kommissar Kluftinger erinnert in seiner etwas verwirrten und schläfrigen Art durchaus an Inspektor Columbo aus der gleichnamigen Fernsehserie, der erst scheinbar im trüben fischt, um dann am Ende mit messerscharfen Verstand den Fall zu löst.

Die darauffolgenden Bände des Allgäu Krimis spielen alle in der Umgebung Kemptens und garantieren allesamt kurzweilige und spannende Unterhaltung, wobei der dritte Fall mit dem Namen Seegrund etwas schwächer ist.

Am Samstag vor der Bundestagswahl sendete der Bayrische Rundfunk den meines Wissens ersten Kluftinger Krimi in Spielfilmlänge. Da wir an diesem Abend im „La vecchia banca“ essen gehen wollten, habe ich in Sekundenschnelle unseren Festplattenrecorder programmiert. Als ich am Sonntag den aufgezeichneten Krimi anschauen wollte, wunderte ich mich nicht schlecht, dass da kein Allgäukrimi auf der Festplatte war. Die Ursachen Forschung war schnell erledigt, als sich herausstellte, dass mein Mann die schaltbare Steckdose, an der das Gerät hängt, ausgeschaltet hat.

Allgäu Krimis sind unterhaltsam und wenig brutal

Kurz zum Inhalt: Die Verfilmung des Allgäu Krimis ist genauso schräg wie seine Romanvorlage. Er ist bis zur letzten Minute spannend, lebt aber vor Allem von seiner Atmosphäre und den Charakteren. Kluftinger wird innerhalb kurzer Zeit an zwei Tatorte gerufen und es wird schnell deutlich, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Morden gibt. Der Krimi ist langsam und behäbig, wie die Menschen der Gegend und so hat der Film ein ganz eigenes Tempo, das hervorragend das Buch wiedergibt.


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