Kochbuch: Nigella Lawsons „Leckerbissen“

5. Juli 2009 | Von | Kategorie: Buch, Kochbuch

Nigella Lawsons Kochbuch ist nicht schlecht, aber man merkt manchmal, dass sie keine gelernte Köchin ist.

Auf den ersten Blick macht der Band Leckerbissen: Die sinnliche Küche der englischen Kult-Köchin von Nigella Lawson einen guten und soliden Eindruck. Äußerlich ähnelt es den Büchern  Jamie Olivers, was sicher auch daran liegt, dass sie im selben Verlag erschienen sind. Die Rezepte sind kurz und einfach umzusetzen, die Fotos sind so, dass man sofort Lust bekommt, sie nach zukochen und wer die Anleitungen nicht aufmerksam liest, könnte meinen, sie seien von Jamie.

Nigella Lawsons Kochbuch ist in Ordnung, leider aber nicht mehr

Für den, der ein Kochbuch von Jamie Oliver kennt, kommt die Enttäuschung mit dem ersten Happen, den man sich in den Mund schiebt. Man kann nicht sagen, dass das Essen nicht schmeckt, aber es fehlt der Pepp. Sie würzt überwiegend mit Pfeffer und Salz und Kräuter übernehmen vor Allem dekorative Aufgaben. Natürlich kann ich selbst entscheiden, ob und welche Kräuter ich verwenden möchte, aber dann brauche ich kein Kochbuch für € 24,80 zu kaufen. Wenn man die Bücher beider Autoren durchblättert, so findet man bei Nigella immer wieder Rezepte, die in leicht abgewandelter Variante auch in einem Kochbuch von Jamie zu finden sind, nur das seine Version in der Regel „runder“ schmeckt.

Die allein erziehende Mutter von zwei Kindern legt vor allem Wert auf die schnelle Küche, die man allerdings auch bei Jamie findet. Man muss aber auch wenn es schnell und unkompliziert sein soll nicht auf etwas Raffinesse verzichten.

Das Kochbuch von Nigella Lawson lässt das missen, was die Bücher von Jamie Oliver auszeichnet: Reduktion auf das Wesentliche

Oliver ist sicher auch kein Spitzenkoch, doch hat er eine fundierte Ausbildung und die kommt ihm beim Schreiben von Kochbüchern zugute und so scheinen mir die Bücher von Nigella eher für den Fortgeschrittenen oder geschmacklich nicht so anspruchsvollen Hobbykoch geeignet. Der eine weiß, wie er das Rezept tuned, der andere weiß nicht wie es schmecken könnte, da er Jamie nicht kennt.

Was auffällt, wenn man die Kochbücher durchblättert, ist das es in jedem Buch „Lieblingszutaten“ gibt. Mal ist es Ingwer oder Chili, Kreuzkümmel oder Koriander, was mich allerdings bei Nigellas Buch Nigella Express: Schnelle, originelle Rezepte stört, ist die Häufung von Alkohol in den Zubereitungen. So gibt es ein Rezept für „Nutella-Pfannkuchen“, das ich nach dem Namen als „Kinderessen“ einstufen würde, aber der Likör im Rezept passt nicht wirklich in diese Rubrik, hier sollte sie eine leckere und alkoholfreie Alternative anbieten.
Ich glaube zwar nicht, dass das Geld für die Bücher von Nigella verschwendet ist, wenn ich allerdings nur € 24,80  habe und die Wahl zwischen Jamie und Nigella, so weiß ich, welches Buch ich anschaffen würde.


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