Das Theater um (Ex)Bundespräsident Christian Wulff hat unsere Nachrichten seit November oder Dezember fest im Griff. Selbst die Griechenlandkrise oder die Havarie des Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia” “lenkten” nur kurz davon ab. Kaum ein Tag an dem nicht neue Skandale oder Skandälchen aufgedeckt wurden.
Wulff war wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Noch vor wenigen Wochen meinte er, dass er seine Amtszeit regulär beenden würde und dass all das, worüber man sich jetzt aufregt, vergessen sein wird.
Vor ein paar Tagen durchsuchte dann die Staatsanwaltschaft Räume im Schloss Bellevue und gestern erfährt die Öffentlichkeit, dass die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung der Immunität beantragt hat. Sie sieht einen Anfangsverdacht wegen Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung gegeben.
Nach solch einer Nachricht wundert es dann auch nicht, dass Wulff für heute morgen eine Erklärung ankündigte. Gegen 11:00 bewies er (endlich) Rückgrat und gab offiziell seinen Rücktritt bekannt. Mit seinem Rücktritt scheint dann auch automatisch seine Immunität erloschen zu sein. Damit ist der Weg für die staatsanwaltliche Ermittlung frei. Ob sich der Anfangsverdacht erhärtet ist dabei vollkommen offen.
Egal was am Ende bei diesem Ermittlungsverfahren rauskommt, das Ansehen Wulffs scheint so schwer beschädigt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er jemals wieder auf das politische Parkett zurückkehren kann. Anders hätte es meiner Meinung nach ausgesehen, wenn er wie Beispielsweise Margot Käßmann seinerzeit sofort zurückgetreten wäre.
Wer ein öffentliches Amt bekleidet sollte immer integer sein und im Zweifelsfall Rücksicht auf das Ansehen des Amtes nehmen und ohne Gejammer und mit Würde zurücktreten, so wäre dann auch eine Rückkehr in Amt und Würde möglich.
