Das neuste Projekt des Kultgastronoms Ulrich P. Mlcoch, der früher das legendäre Restaurant “Frankfurter Haus” in Neu Isenburg geführt hat und seiner Geschäftspartnerin Jasmine Kosfeld, ist das aufwendig renovierte und instand gesetzte Druckwasserwerk im Frankfurter Westhafen. Hier im neuen “In-Viertel” am Main ist der Name Programm, beziehungsweise der Name ist geblieben, aus dem Industriegebäude “Druckwasserwerk” wurde ein Restaurant. Das Industriedenkmal liegt am Ende des Rotfeder Rings im trendigen Westhafen Viertel.
An Halloween wollten wir in dem vor rund sechs Wochen eröffnete Lokal essen gehen. Gegen 18:00 rief ich an, um einen Tisch für Zwei für 20:00 Uhr zu reservieren, allerdings in der sicheren Annahme, dass dies völlig überflüssig sei, daher habe ich nicht schlecht gestaunt, als man mir am Telefon sagte, dass alle Tische für diesen Abend bereits zwei mal vergeben seien. Der freundliche Mitarbeiter riet mir, auf gut Glück vorbei zu kommen, da würde man schon ein Plätzchen für uns finden, aber bitte nicht zu früh.
Also brachen wir gegen halb neun auf und fuhren an chicen Neubauten mit zum Teil eigenen Bootsanlegern vorbei. Kurz vorm Erreichen des “Druckwasserwerks” passierten wir einen Club, in dem eine Party im vollen Gang war, zweihundert Meter weiter befindet sich die gut gefüllte Hemmingway Lounge, mit Blick auf das effektvoll angeleuchtete Industriedenkmal. Auf der Suche nach einem Parkplatz, fuhren wir nochmals ums Carré, vorbei an Ferraris, Maseratis, Porsche, BMW und Mercedes um dann ins nahe gelegene Parkhaus zu fahren.
Gegen 21:00 betraten wir das gut gefüllte Restaurant und wurden sofort von einem freundlichen Mitarbeiter begrüßt. Er wendete sich an Frau Kosfeld, die sich, ganz charmante Gastgeberin, um einen Tisch für uns bemühte. Nach wenigen Sekunden wies sie uns einen Tisch zu. Kaum saßen wir, nahm ein Kellner unsere Aperitif Bestellung auf und reichte uns die Karte. Nach wenigen Minuten bestellten wir Vorspeisen und Hauptgerichte, die in angemessener Zeit serviert wurden.
Um es kurz zu fassen: Das Essen ist nicht auf Sterneniveau, aber solides Handwerk und besser als in vielen anderen Szenelokalen, der Service ist charmant und unaufgeregt und von der Chefin wird jeder wie ein alter Freund der Familie begrüßt. Die Location ist spektakulär und mit viel Geschmack und Liebe zum Detail eingerichtet. Die Decke ist gut 10 Meter hoch, die Wände aus unverputzten Backsteinen, die Einrichtung ist bewusst schlicht im Bistrostil gehalten, das Licht ist angenehm schummrig und der Lärmpegel entspannt und fröhlich.
Wer herausragend gut essen will, oder einen romantischen und ruhigen Abend zu zweit genießen möchte, für den gibt es Lokale, die besser geeignet sind, wer aber ausgelassen, gern auch in einer größeren Gruppe, in entspannter Atmosphäre gut essen und Spaß haben möchte, der ist im Druckwasserwerk genau richtig.
Es ist jetzt ein Jahr her, dass wir dort gegessen haben. Die negativen Kritiken über das Druckwasserwerk mehren sich. Wahrscheinlich hatten wir einfach nur Glück. Es bleibt die tolle Location, die Küche muß woll noch etwas Gas geben.

Es ist mittlerweile absolut Top. Uli hat auch seine Zeit gebraucht. Aber heute, ich war mind. 10 mal da, ist es herausragend in allem. S. Bucher