Kabarett: Theater „Die Käs“ in Frankfurt

5. Februar 2012 | Von | Kategorie: Gemischtes, Kultur

Kabarett ist natürlich live am Besten, auf CD kann man seinen Lieblings Kabarettisten aber auch daheim und unterwegs hören

Die Frankfurter Kulturszene sollte man auf keinen Fall unterschätzen. In der Mainmetropole gibt es eine Reihe kleiner aber feiner und oft privat geführter Bühnen. Die Käs gehört dazu und obwohl es sie schon seit einigen Jahren gibt, war ich Ende 2011 zum ersten mal dort.

Die „Käs“ kurz für „Kabarett Änderungs-Schneiderei“ ist das „erste deutsch-türkische Kabarett mit fester Spielstätte in Deutschland“ und wurde im März 1997 von Şinasi Dikmen und Ayşe Aktay gegründet. Dort tritt nicht nur der Chef selbst auf, sondern all die Größen, die man aus dem Fernsehen kennt.

Das Kabarett Theater „Die Käs“ bietet die Bühne für namhafte Unterhaltungskünstler

Obwohl ich kein großer Freund der Talkshow von Lanz bin, zappe ich von Zeit zu Zeit rein und vor einigen Wochen sah ich zum zweiten mal eine Folge, in der ein Comedian beziehungsweise Kabarettist zu Gast war.

Der erste war Chin Meyer, der das Thema Finanzen und Krise zu dem Seinem gemacht hat, mit dem Programm Der Jubel Rollt!. Kurz gegoogelt und schon bestellte ich Karten für seine Show in der Käs. Das Theater ist rustikal, die Tische und Stühle stehen eng und wer nicht eine Stunde vor Spielbeginn kommt, muß sich mit hinteren Plätzen begnügen.

Im Februar sahen wir Thomas Reis, der Anfang des Jahres Gast bei Lanz war. Reis beschäftigte sich thematisch mit der aktuellen Politik, angefangen beim Bundespräsidenten, den politischen Parteien bis zu den Missbrauchsvorwürfen gegen die katholischen Kirche und die griechische Schuldenkrise.

Kabarett ist eine Kunstform, die überspitzt die Probleme der Zeit anspricht

Das Kabarett ist sicher eine stark unterschätzte Kunstform. Es hat nur bedingt etwas mit dem zu tun, was man oft im Fernsehen sieht. Dort scheint Kabarett und Comedy oft gleich gesetzt zu werden. Das was eine dicke Frau aus einem Berliner Problem Viertel macht, mag eventuell lustig sein, hat aber nicht viel mit gutem (politischen)Kabarett zu tun. Wer bislang skeptisch war, der sollte sich auf jeden Fall eine Live Vorstellung direkt im Theater ansehen.


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