Restaurant: 1900 im Hotel Aurelia /Heringsdorf

14. Mai 2010 | Von | Kategorie: regional, Restaurant

Das Restaurant liegt nah an der polnischen Grenze und die Küche ist teilweise polnisch inspiriert.

Wir haben am Donnerstag gegen Mittag im Aurelia Hotel St. Hubertus eingecheckt, ein Wenig die Gegend erkundet und uns dann im Spa Bereich entspannt. Gegen 18:00 machten wir uns zurück auf den Weg zu unserem Zimmer. Mehr aus Zufall machte ich einen kurzen Abstecher zum Concierge um einen Tisch  für 20:00 zu reservieren, als dieser mir sagte, dass wir entweder jetzt essen müssten oder im hauseigenen Restaurant 1900 heute nichts mehr zu Essen bekämen. Da wir keine Lust mehr  hatten, das Haus zu verlassen, um uns ein anderes Restaurant zu suchen, bissen wir in  den sauren Apfel und gingen sofort essen.

Die Küche im Restaurant 1900 ist teilweise polnisch inspiriert

Wir betraten um 18:20 das Restaurant, baten um einen Tisch und das Personal schaute etwas irritiert. Als wir uns auf die Aussage des Personals am Empfang beriefen, wurden wir etwas missmutig an einen Tisch geführt, allerdings mit dem Hinweis, dass wir um 20:00 fertig sein müssten. Auf unsere Antwort, dass es nicht an uns liegen sollte, verzog eine Kellnerin das Gesicht und als ich ergänzte, dass wir schon fertig würden, wenn die Küche mitspielt, hatte ich den Eindruck, dass die Kellnerin nicht besonders optimistisch war.

Kaum saßen wir an dem etwas zugigen Tisch, wurde uns sehr schwungvoll ein Teller mit Brot und Quark serviert. Nachdem wir die Speisekarten bekommen hatten, passierte erstmal garnichts. Nach einer (zu) langen Wartezeit gaben wir unsere Bestellung auf. Die Getränke kamen sehr schnell, die pommersche Antipasti Teller und die Krebssuppe kamen dann etwas zu rasch, um wirklich gut zu sein. Die Suppe war mäßig, die Einlage, kleine Krebsschwänze leider trocken, die Antipasti sicher zum Teil Convenience, wie die Kellnerin bestätigte. Kurz darauf wurde ein sehr gutes Wiener Schnitzel mit Kräuterbutter! serviert und die gebratenen Krebsschwänze mit der falschen Beilage. Als ich dies reklamierte, meinte die Kellnerin etwas irritiert, „keine Ahnung“, ging aber mit dem Essen zurück in die Küche. Die Krebsschwänze kamen nach etwa 60 Sekunden mit der richtigen Beilage wieder. Ein Schelm, der meint, es könnte sein, dass nur kurz etwas umdekoriert wurde. Der Kellner, der das korrigierte Essen brachte, meinte noch im Vorbeigehen, dass der bestellte Dorsch in einer Minute käme.

Das Personal im Restaurant 1900 zeigt leider gravierende Schwächen

Diese „eine Minute“ dauerte geschlagene 20! Minuten. Inzwischen waren sowohl das Schnitzel, als auch die viel zu scharfen Krebse längs verspeist. Als eine Kellnerin den Dorsch, der wie ein Rollmops aussah, servierte, nahm sie die leer gegessenen Teller mit und warf uns im Weggehen noch ein entspanntes „das tut uns natürlich leid“ zu. Eine ernst gemeinte Entschuldigung klingt anders. Es gab natürlich keinen Espresso aufs Haus und auch der Fisch wurde voll berechnet.

Jetzt könnte man meinen, dass das Personal des Restaurants 1900 einen schlechten Tag hatte. Wir gingen also gut gelaunt zum Frühstück wieder ins 1900. Bereits an der Tür wurden wir abgeschmettert. Wir sollten entweder warten, oder in der Bibliothek frühstücken. Da wir keine Lust hatten zu warten, gingen wir in die Bibliothek, suchten uns ein Plätzchen und kurz darauf kam eine etwas missgelaunte Kellnerin, die grummelte, dass jetzt auch noch hier Leute säßen. Wir gaben zu bedenken, dass wir von ihrer Kollegin hierher verbannt wurden.

Wir bestellten unsere Getränke bei ihr, Kaffee, Tee und Kakao waren kein Problem, der Cappuccino müsste allerdings laut Kellnerin gesondert berechnet werden. Na super!

Jetzt zogen wir karawanenartig durch das halbe Hotel zum Frühstücksbuffett und beluden unsere Teller, schließlich muß man bei den langen Wegen vorausplanen.

Zwischenzeitlich wurden unsere Getränke serviert, leider aber kein Zucker, sondern nur Kandis für den Tee. Also wanderte ich wieder vor, versorgte mich mit zwei Gläsern Saft und fragte höflich nach Zucker für meinen Cappuccino. Eine Kellnerin gab mit zwei Tütchen – richtig – Kandis. Neuer Versuch, ich fragte die Kellnerin, die uns in die Bibliothek geschickt hatte, ob sie mir etwas Zucker geben könnte.  Ihre Antwort:“ Zucker steht auf dem Tisch“ „Nicht in der Bibliothek!“ „Oh ja.“ Darauf füllte sie mir etwas Zucker in eine Kaffeetasse und ließ mich mit zwei Gläsern Saft und einer Tasse Zucker zurück in die Bibliothek jonglieren. Es wäre für sie ein Leichtes gewesen, mir ein kleines Tablett zu geben oder anzubieten, den Zucker an den Tisch zu bringen. Ich muß wohl kaum erwähnen, dass sich während unseres gesamten Frühstücks niemand nach uns erkundigte.

Es ist schade, dass der Service im Restaurant nicht mit dem Service im Hotel mithalten konnte.

Auch wenn ich mich wiederhole, aber das würde in den USA nicht passieren, da wurde Service in jedem Hotel in dem wir waren ganz groß geschrieben und von absolut jedem Mitarbeiter auch gelebt.


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