Restaurant: „Samurai Sushi“ in Frankfurt

12. Februar 2012 | Von | Kategorie: Restaurant

Wenn ich in ein Restaurant gehe, soll das Essen authentisch und lecker und der Service erstklassig  sein, sonst essen ich lieber daheim.

Ich kaufe von Zeit zu Zeit Gutscheine von Groupon und wurde selten enttäuscht. Im Herbst kaufte ich einen Gutschein für zwei bei Samurai Sushi, nicht ohne vorher auf Qype zu kontrollieren, was andere Gäste über dieses Sushi Restaurant sagen.  Die Kritiken waren recht gut und so kaufte ich einen Gutschein für 2 – 3 Personen.

Restaurant ist ein großes Wort für den Sushi Imbiss im Bahnhofsviertel

Im letzten Jahr ergab es sich nicht und so rief ich Mitte Januar an, um kurzfristig einen Tisch zu reservieren, da dieser Coupon nur nach vorheriger Reservierung akzeptiert würde.

Zu meiner Verwunderung war es nicht einfach einen Tisch zu reservieren und so mussten wir rund drei Wochen auf unseren Tisch warten. Bei anderen Sushi Restaurants ist die Wartezeit selbst mit Gutschein wesentlich kürzer. Nun gut, wenn die Bar so beliebt ist, dass man so lange im Voraus reservieren muss, kann das Essen nur erstklassig sein.

Wir reservierten also einen Platz am Samstag um 17:30, laut Mitarbeitern der einzige frei Platz bevor unser Gutschein abläuft.

Ich weiß nicht warum ich der irrigen Vermutung unterlegen bin, dass das Samurai Sushi ein Restaurant sei, es wirkt definitiv wie ein typischer Imbiss im Bahnhofsviertel. Wir standen direkt vor dem Laden und erst nach zweimaligem Hinsehen und verwundertem Augenreiben erkannten wir das Samurai.

Das Restaurant war eiskalt und der Service praktisch nicht vorhanden

Wir betraten den Laden, wurden von einem Asiaten begrüßt, der hinter einem winzigen Tresen Sushi produzierte und sagten dass wir reserviert hätten (was übrigens nicht überprüft wurde). Er gab uns zu verstehen, dass wir uns setzten könnten wo wir wollten. Wir folgten einem schmalen Gang in den hinteren Bereich setzten uns an einen Tisch und behielten die Jacken wie die meisten Gäste an! Im Raum herrschten gefühlt knapp zweistellige Temperaturen.

Ein junger Asiate, der gebrochen deutsch sprach, wollte uns die Karte reichen, die wir ablehnten, da wir eine große Platte per Gutschein erworben hatten. Als wir grünen Tee und Misosuppe bestellten, meinte er, dass wir die vorne holen könnten, erst auf ungläubige Nachfrage servierte er diese.

Während der Wartezeit fiel uns auf , dass das „Restaurant“ recht schmuddelig wirkte, was sich auch bestätigte, als der Tee in Kannen serviert wurde, die schon länger nicht mehr gründlich sauber gemacht wurden. Nachdem der Kellner die Kannen auf den Tisch gestellt hatte und wir uns einschenken wollten, klebten zwei der drei Kannen am Tisch fest!

Das war alles höchst unerfreulich, aber wenn die Sushi schmecken, dann wäre die Gesamtleistung knapp ausreichend gewesen. Die Suppe kam kurz nach dem Tee und war heiß und lecker, das ließ hoffen. Etwas später stellte uns der Kellner ein Serviertablett aus Blech gefüllt mit Nigiri und Maki Sushi hin, nicht ansprechend dekoriert wie bei Japanern üblich, sondern eher grobmotorisch aufgeladen. Er fragte uns ob wir Teller wollten! Ja, wir wollten, er brachte sie und verschwand. Sojasauce stand auf dem Tisch, kein Wasabi, kein eingelegter Ingwer. Also bin ich aufgestanden, durch das Lokal gelaufen und habe den Mann, der die Sushi formte, nach beiden Zutaten gefragt. Er brummelte freundlich etwas ähnliches wie „Hat das der Junge schon wieder vergessen“ und kurz darauf servierte der Kellner die fehlenden Zutaten.

Was sofort auffiel war dass das Verhältnis Fisch zu Reis nicht besonders positiv für den Fisch ausfiel. Die Maki waren nicht sorgfältig gerollt, so dass sich  die Noriblätter lösten. Die Sushi schmeckten nicht wirlich frisch, die Lachs Nigiri hatten einen bräunlichen und trockenen Rand. Etwas penetrant waren die Maki mit Paprika und (Dosen)Thunfischcreme, bei den  Rollen mit Mayo und Tobiko hatte ich den Eindruck, dass die Mayo ihre besten Tage hinter sich hatte.

Fazit: Für 3 x grünen Tee und 3 x Misosuppe zahlten wir zusätzlich knapp 14,-, die heftige Magenverstimmung gab es gratis. Eigentlich sind wir nicht empfindlich, doch gestern Abend stand uns allen das Essen am Zäpfchen. Da es einen zeitlichen Zusammenhang gab und es das einzige Essen des Tages war, das wir alle hatten, könnte man als Laie eventuell einen Zusammenhang erkennen.

Es hätte uns als Warnung dienen sollen, dass wir in dem Restaurant  nicht einen einzigen japanischen Gast gesehen haben. Für uns gibt es keine zweite Chance. Dafür gibt es in Frankfurt genügend gute Alternativen.


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