Restaurant: „Santo Stefano“ bei Portoferraio

11. Juli 2010 | Von | Kategorie: Italiener, Restaurant

Im Restaurant essen wie in einer Toskanischen Familie.

Am Freitag Abend wollten wir einmal in einem Restaurant außerhalb des Hotels essen. Wir haben Halbpension gebucht und essen jeweils Abends, da wir einfach keine Lust haben, bei über 30°C im Schatten üppig zu essen, doch am Freitag schoben wir unser Hotelessen auf den Mittag. Das Essen in dem  nur zu etwa 20% gefüllten Restaurant war überraschend gut.  Es gab keine fettigen Panaden, die Nudelsauce war leicht und frisch und als Dessert gab es keine cremigen Sahnetorten, sondern frisches Obst. So könnte und sollte das Essen öfter sein.

Restaurant Mahlzeiten im Urlaub sollten einfach aber gut sein, es sei denn, die Küchenbrigade kann mehr

Wir hatten unseren Tisch mit einer Gruppe um 19:30 bestellt. Pünktlich fuhren wir den schmalen und sehr ausgefahrenen Weg hinauf zum ehemaligen Kloster Santo Stefano. Die Lage mit dem Blick auf die Bucht von Portoferraio ist einmalig. Unser Tisch war auf der Terrasse vor dem Haupthaus gedeckt.

Schon vorher hatte man uns erklärt, dass die Küche hier sensationell sei, nicht nur typisch für die Toskana, sondern vor Allem für Elba. Entsprechend war unsere Vorfreude. Da wir eine Gruppe von etwa 25 Personen waren, konnten wir nicht a la carte essen, sondern mussten uns bereits am Vortag für Fisch oder Fleisch entscheiden. Kein Problem, auf einer Mittelmeerinsel kommt für uns in der Regel nur Fisch in Frage.

In vielen Restaurants wäre es gut, wenn man gute Hausmannskost bekäme

Die Getränkebestellungen wurden schnell aufgenommen, allerdings wurde uns eine Weinkarte zugesagt, die uns leider nie erreichte. Die Vorspeisen waren dann erst einmal ein guter Einstieg. Die Fischvorspeise bestand aus diversen kleinen Häppchen, einem Tintenfischsalat, etwas Fisch, Muscheln und Krustentieren. Auch die Fleischvorspeise schien den Anderen geschmeckt zu haben.

Während wir auf den nächsten Gang warteten, orderten wir den weißen Hauswein. Was uns serviert wurde, enttäuschte uns leider auf der ganzen Linie. Der Wein war ziemlich süß, nicht besonders aromatisch und moussierte leicht, natürlich wurden wir vorher nicht gefragt welchen Wein wir wollten und erhielten keine Info, welcher Wein uns serviert wurde. Nun gut, ärgerlich, aber wenn das Essen passt, kann ich im Urlaub darüber hinwegsehen.

Der nächste Gang war für alle Anwesenden. Es gab Risotto mit Meeresfrrüchten und Bandnudeln mit Tomaten und Pilzen.  Die Nudeln waren erstklassig, das Risotto fiel leider etwas ab, der Reis war ein Wenig zu weich. Nun kam das Hauptgericht.

Diejenigen, die das Fleischmenu geordert hatten, erhielten je zwei Scheiben Schweinemedaillon mit einer sehr blassen Sauce und verkochten und ungewürzten Zucchinischeiben. Auf den Fischtellern lag jeweils ein Stück wässriges Fischfilet (tiefgefrorener Kabeljau?) und die unsäglichen Zucchinischeiben. Ein trauriger Anblick und auch geschmacklich weit hinter dem, was ich erwartet hatte. Das Dessert war in Ordnung, aber nicht das, was ich mir unter einem perfekten italienischen Dessert vorstelle. Es gab eine dünne Scheibe (hausgemachtes) Eis mit Pflaumenstücken und dazu ein Hauch Beerensauce. In Ordnung, aber typisch für die Küche auf Elba?


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