Politik: Griechenland-ein Fass ohne Boden

6. Mai 2010 | Von | Kategorie: Gemischtes

Wie es zu Pleite Griechenlands kam, wird hier dargelegt. Retten kann das wenn überhaupt nur noch die Politik mit den richtigen Maßnahmen. Einfach Milliarden überweisen ist sicher nicht die Lösung.

Selten war Griechenland so präsent in den Medien wie zur Zeit. Keine Nachrichtensendung, kein Magazin im Fernsehen oder Radio, in denen es nicht um Griechenland, den drohenden Staatsbankrott und die verfehlte Politik Athens der letzten 50 Jahre geht.

Sicher ist, dass die jetzige Situation von den Griechen oder genauer gesagt von ihrer Politik selbst verschuldet ist, das Ausmaß allerdings haben Ratingagenturen und Spekulanten sicher mit zu verantworten.

Die Politik ist bei der Rettung Griechenlands gefragt

Griechenland lebt anscheinend schon seit vielen Jahren über seine Verhältnisse, konnte es aber immer irgendwie kaschieren. Die Bankenkrise und damit die Krise an den internationalen Märkten, sowie die Immobilienkrise haben letztendlich dazu geführt, dass das griechische Kartenhaus mit einem riesen Knall zusammengestürtzt ist. Eigentlich war es zunächst ein eher leiser Knall. Die griechische Regierung hat leider nicht mit offenen Karten gespielt und das wahre Ausmaß nur Häppchen weise bekanntgegeben. Was in diesem Zusammenhang besonders auffällt, ist die Formulierung unserer Politiker und Medien, dass die Griechen die Zahlen und Bilanzen „geschönt“ hätten. Wenn ich Alles richtig verstanden habe, was in den Medien zu diesem Thema gesagt wurde, dann würde man das, was Griechenland und seine Verantwortlichen gemacht haben bei einem Unternehmen „Insolvenzverschleppung“ und Betrug nennen und das ist meines Wissens strafbar.

Jetzt könnten die übrigen und zu recht aufgebrachten Europäer schreien, dass die Griechen sehen sollen, wie sie den Karren aus dem Dreck ziehen, schließlich haben sie ihn in den letzten Jahren aus eigener Kraft hineingefahren. Wenn man dann auch noch hört, dass jeder dritte Grieche Beamter ist und die Renten 90% des letzten Arbeitentgeltes beträgt, geht die Sympathie oder auch das Mitleid gegen Null.

Die Politik darf bei der Rettung der anderen Staaten auch nicht außer Acht lassen, dass wir uns die letzten Jahre eingeschränkt haben

Die Hellenen leben über ihre Verhältnis und das im großen Maßstab und schon seit vielen Jahren. Jetzt schreien sie nach Hilfe und drohen dezent mit Staatsbankrott, was sich nicht nur negativ auf den Wert des Euros auswirken würde, sondern auch auf die von Banken und Privatleuten gewährten Kredite.

Das ist das Problem der Banken werden jetzt Viele rufen. Falsch! Das ist unser aller Problem, da auch mittlerweile (teil)verstaatlichte Banken, wie etwa die HypoRealEstate massiv in Griechenland engagiert sind. Zahlen die Griechen ihre Kredite nicht oder nur zum Teil zurück, schießt der deutsche Staat, also der Steuer zahlende Bürger Geld zu.

Jetzt wurde also ein 110 Mrd. Euro Kredit für die nächsten 3 Jahre beschlossen, der allerdings nur dann zum Tragen kommt, wenn die Griechen kräftig sparen.

Die scheinen das aber nicht wirklich zu wollen. Die Politiker haben ein Sparpaket beschlossen, haben das Rentenalter auf 60! erhöht, kürzen die Bezüge der Staatsbediensteten und Rentner und erhöhen die Mehrwertsteuer. Unpopulär aber notwendig.

Aber warum jammern die Griechen? Das was die Griechen jetzt „mitmachen“ haben die Deutschen schon vor Jahren durchgemacht. Hohe Abgaben, kleine Renten und hohes Rentenalter und auch die anderen Europäer haben das Sparen gelernt, jetzt sind die Griechen dran.

Und der Grund warum wir uns so ärgern? Wahrscheinlich ist es das, was uns so aufregt, dass Teile des griechischen Volkes nach Hilfe plärren, aber selbst auf nichts verzichten wollen.

Trotz der zugesagten Hilfen frage ich mich, ob das der richtige Weg ist. Die zugesagten Hilfen sind doch auch nur ein weiterer Kredit, der zurückgezahlt werden muß. Zugegebener Maßen ist dies ein zinsgünstiger Kredit, auf dem freien Markt wäre das Geld für Griechenland wesentlich teurer gewesen.

Für mich gibt es eigentlich nur zwei Dinge, die Griechenland und den anderen „Wackelkandidaten“ helfen kann. Das eine wäre ein Schuldenerlass oder wenigsten Teilschuldenerlass für Griechenland, da die jetzigen neuen Kredite dafür genutzt werden alte Kredite zurückzuzahlen und das Verbot auf bzw. mit Währungen und gegen Länder zu spekulieren. Das mag (noch) legal sein, aber unethisch ist es auch heute schon. Und wer garantiert mir, dass nicht irgendwelche Spekulanten oder Rating Agenturen ihre Finger in der Staatskrise Griechenlands haben, die Finanzkrise haben diese Herren schließlich auch ins Rollen gebracht.


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